Sion - VS - Cathédrale

50 III/P | Jean-Baptiste Carlen | 1786 | Restauriert 1988

  1. Principal – 16′
  2. Principal – 8′
  3. Suavial – 8′
  4. Flûte conique – 8′
  5. Bourdon – 8′
  6. Octave – 4′
  7. Flûte ouverte – 4′
  8. Grande Tierce
  9. Nazard – 3′
  10. Superoctave – 3′
  11. Flageolet – 2′
  12. Tierce – 1 3/5′
  13. Fourniture IV – 2′
  14. Cymbale IV – 1 1/3′
  15. Grand Cornet V – 8′
  16. Trompette – 8′
  17. Clairon – 4′

  1. Bourdon – 8′
  2. Prestant – 4′
  3. Flûte à cheminée – 4′
  4. Quinte – 2 2/3′
  5. Doublette – 2′
  6. Flûte – 2′
  7. Tierce – 1 3/5′
  8. Larigot – 1 1/3
  9. Cymbale IV – 1′
  10. Cromorne – 8′
  11. Voix humaine – 8′

  1. Bourdon – 16′
  2. Principal – 8′
  3. Bourdon – 8′
  4. Salicional – 8′
  5. Voix céleste – 8′
  6. Octave – 4′
  7. Flûte bouchée – 4′
  8. Flûte – 2′
  9. Plein-jeu IV
  10. Cornet III – 2 2/3′
  11. Basson – 16′
  12. Trompette harmonique – 8′
  13. Hautbois – 8′

  1. Contrebasse – 16′
  2. Soubasse – 16′
  3. Quinte – 10 2/3′
  4. Flûte – 8′
  5. Mixture – 5 1/3′
  6. Prestant – 4′
  7. Bombarde – 16′

Beschreibung der Orgel

DIE HAUPTORGEL DER KATHEDRALE NOTRE DAME DU GLARIER IN SITTEN

Bei den Restaurierungs- und Rekonstruktionsarbeiten von 1987 an der Hauptorgel der Kathedrale wurde auf einer alten Pfeife eine Inschrift gefunden:

  ANNO 1786 CASPER CARLEN

         GOMESIA RECKIGEN

Dies ist sicher das Entstehungsdatum des ältesten, in der heutigen Orgel noch vorhandenen Klangmaterials. Das Gehäuse stammt wahrscheinlich aus derselben Epoche.

Über Generationen hinweg musste das ursprüngliche Instrument (HW/RP/P)  sowohl aus technischer Sicht (Traktur und Windladen) als auch aus klanglicher Sicht Eingriffe über sich ergehen lassen.

Besonders hervorzuheben sind die umfangreichen Arbeiten von Joseph Merklin (1819-1905) aus dem Jahr 1874, passend zur romantischen Ästhetik, die sich damals in ihrer Blütezeit befand. Er bewahrte die Windladen, baute die mechanische Traktur, den Registermechanik, die Manual- und die Pedalklaviatur neu. Er leerte das Rückpositiv und übertrug die Windlade in ein neues Schwellwerk hinter dem Gehäuse des Hauptwerks. Es wurde von der zweiten Klaviatur aus gespielt. Die Gehäuse-Vorderseite des ursprünglichen Rückpositivs wurde während mehr als einem Jahrhundert mit einer stummen Fassade erhalten.

Merklin ersetzte insgesamt sieben alte Register. Das auf diese Weise umgebaute Instrument war etwa vierzig Jahre lang in Betrieb. Im Jahre 1912 beauftragte das Kathedralkapitel den Orgelbauer Henri Carlen von Glis (VS) mit der kompletten Umgestaltung der Orgel (mit Hinzufügung einer dritten Klaviatur), mit der Einführung der pneumatischen Traktur und dem Einbau zahlreicher Register. Gleichzeitig wurde die Galerie verstärkt und geräumiger und das Gehäuse vergrössert.

Die Restaurierungs- und Umbauarbeiten von 1988 wurden der Firma Füglister in Grimisuat anvertraut und im Einvernehmen mit der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege durchgeführt: Bau von drei Manualen (HW, RP, SW, P), wobei die Gehäuse in ihren ursprünglichen Abmessungen restauriert wurden. Alle noch verwendbaren Bauteile von Carlen und Merklin wurden in den neuen Aufbau eingearbeitet.